Geschichte

Erfinder von Grüezi-bag die Schlafsackmarke aus den Alpen

Mein Ziel ist nicht, den leichtesten oder wärmsten Schlafsack der Welt zu entwickeln. Das Wichtigste für mich ist das Schlafklima. Denn nur wer gut schläft, ist am nächsten Tag wieder fit. In über dreißig Jahren Erfahrung mit Schlafsäcken und bei der Kommunikation mit den Kunden in meinem Outdoorgeschäft habe ich viel gelernt.  All mein Wissen stecke ich in die Entwicklung der Schlafsäcke. Besser schlafen ist mir wichtig. Den besten Schlaf haben wir mit Wolle erreicht. Wolle wirkt wie eine natürliche Klimaanlage. Sie reguliert den Feuchtigkeitshaushalt im Schlafsack und dadurch schläft man besser. Sie wärmt gut und ist super klein im Packmaß. Seit 2015 fertigen wir nun Schlafsäcke mit Wolle und ich entwickle immer weiter. Seit 2016 kommt jetzt auch die Wolle im Kombination mit Daune zum Einsatz. Lasst euch für 2017/18 überraschen. 

Geschichte Grüezi-Bag "Wie alles begann"

 

Zuerst die Idee, dann ging’s in die Hose! Mein erster Versuch, meine Idee individuelle Schlafsäcke von einer großen Schlafsackfirma produzieren zu lassen, war ein Reinfall. Es war halt wieder nur  Gewinndenken angesagt und deshalb ließen sich meine Ideen kaum verwirklichen. Es endete, wie so oft, in Streit und vor Gericht. Nun stand ich da: „Soll ich aufgeben? Hmmm nö, ich geb’ nicht so schnell auf!“ Also googeln was das Zeug hält, und 'ne Schlafsackfirma suchen. Leider war alles, was ich in Deutschland oder umliegenden Ländern fand, zu teuer. Also in Asien weitersuchen. Da hatte ich schon etwas Bammel. Nach langem Suchen fand ich drei Firmen. Ok, allen Mut zusammen, rein in den Flieger und ab nach Asien.

Nach 14 Stunden Flug und mindestens drei Checks an Kontrollstationen, ob ich Fieber hab (das machen Chinesen gerne), war ich in Shanghai. Oje, bisschen größer als München – hmm und ein klein wenig unübersichtlich. Ich hatte drei Adressen, die wollte ich gleich am ersten Tag besuchen. Ab ins Taxi und zur ersten. Aber die war nicht so leicht zu finden. Kleine Seitenstraße rein, und das Taxi hielt vor einer Art Garage. Eh, was ist das, sind wir richtig? Oje, eine Garagenfirma – ok sah im Internet größer aus. Nach zwei Minuten Smalltalk war klar, die können das nicht. Weiter zur nächsten Adresse, Hochhaus X-ter Stock, Raum 50000001. Hm, der Raum klein, aber voll mit Essen und zwei verschlafenen Chinesen. Oje, das geht auch nicht. Los zur dritten Adresse. Wow, eine riesige Firma – die wären ok. Machen seit zig Jahren Schlafsäcke. Wurde auch vom Boss empfangen. Allerdings waren denen meine Stückzahlen zu klein. Ich wollte viele Designs und nicht nur eins. Mmpf – entmutigt bin ich dann ins Hotel. 

Aufgeben oder weitermachen? Ich hatte einen guten Freund in Deutschland mit Beziehungen zu China. Ok, ich ruf an, bin ja schließlich eine Woche hier und was soll ich sonst tun. Und ich hatte Glück, er kannte den Manager einer großen deutschen Computerfirma, die dort produziert, und hatte auch gleich ein Treffen organisiert. Ich fuhr also in das riesige neue Office und stand einem extrem hohen Tier gegenüber. Und!!! Er war nett!!!! Wow‼! Er lies einige Mitarbeiter Firmen für Schlafsäcke raussuchen und dann ging’s mit Limousine zu den Firmen, das machte gleich einen ganz anderen Eindruck, heheheh! Und tatsächlich, eine große Firma, die auch für andere Schlafsackmarken produziert, sagte zu.

Wow: Grüezig-bag war geboren! Und nichts war ein Problem, ich konnte alle Designs umsetzen, alle Schnitte und auch die Materialien, die ich wollte, machten sie für mich. So lässt es sich arbeiten. (Nur das mit dem Essen müssen die in China noch mal überarbeiten. Man war mir schlecht. Die essen vielleicht ein Zeug, Hühnerkrallen, Aale und anderes Nichtdefinierbares, bääh!) Am schwierigsten war es meine Designs umzusetzen. Ich musste jeden Stoff selber entwickeln und drucken lassen, so was gab es vorher noch nicht. Und teilweise war ich erschrocken, was das für ein Aufwand ist. Wenn ein Schlafsackdesign 10 Farben hat, braucht man 10 Riesenrollen aus Alu mit 5m Länge und 60cm Durchmesser. Und die sind teuer. Aber dafür sind meine Schlafsäcke auch etwas Besonderes. Es wurden viele, viele Muster gemacht, Schnitte nachgebessert, mehr gefüllt, verschiedene Materialien ausgesucht. Endlich fertig…ein Schlafsack, den man nicht mehr aus der Hand geben möchte. So weich und kuschelig, technisch hochwertig und einfach so, dass man sich hineinlegen muss. Und cool im Design!!!

Weiter zum TÜV SÜD in Shanghai (ja, den gibt’s da auch und der ist auch bayrisch). Hier testen was das Zeug hält, damit der Schlafsack sich nicht nur gut anfühlt, sondern auch gesund ist.

Alles im grünen Bereich halt.

Jetzt zu meinem Meisterstück – ein Daunenschlafsack. Den plane ich schon seit 20 Jahren. Neues Kammernsystem, neue Materialien. Das war echt schwer! Wieder hat ein Freund aus Deutschland Vorarbeit geleistet und ich konnte mich mit einer Expertin in Sachen Daunenschlafsack treffen. Ich zeigte ihr mein neues Konzept. Sie war sehr kritisch, echt sehr, sehr kritisch, rechnete alles durch: Wärmeverhalten, Verbrauch, Gewicht usw. und lies dann tatsächlich ein Muster machen. Ich glaub’s nicht: Er war besser als ich ihn mir vorgestellt hab! Das Kammersystem hab ich von der Natur abgeschaut, es ist wie ein Spinnennetz aufgebaut (und in der Mitte hatten sie meine Spinne eingestickt), dadurch kann die Daune nicht verrutschen. Innen wollte ich Merino im Fußbereich haben, das hält die Füße trocken und warm und verhindert Geruchsbildung: hehehe antistink! Auch hochwertige Außen- und Innenmaterialien und eine 90/10 Daune und kleines Packmaß. Alles war dran. Ich konnte wieder zurück nach Deutschland. Chinesen sind sehr nett. Man muss sie nur verstehen: Es sind Menschen wie wir, nur denken sie etwas anders. Aber nach ein paar Bier sind wir alle gleich.